Kategorien-Archiv Informationen rund um die Lehre

„AK für Sie“: Die meisten Lehrstellen werden von gerade einmal drei Branchen angeboten…

Lehrlingsbox

Die Mitgliederzeitschrift der Arbeiterkammer Wien „AK für Sie“ enthält immer wieder spannende Themen und Artikel rund um den Arbeitsmarkt oder den Bereich Konsumentenschutz. Eine tolle Sache. Die Ausgabe 10/2018 veröffentlicht als  Titelgeschichte einen Beitrag zur Lehre und zur Lehrstellensuche. Der Titel ist Programm: „Eine gute Lehrstelle muss sein…“ Der Titel ist  ein Wunsch, dem sich alle Leser*innen anschließen können. Anhand von verschiedenen Lehrlingen in unterschiedlichen Lehrverhältnissen werden einige  Themen rund um die Lehre vorgestellt: Die ÖBB als großer Lehrlingsausbilder, mehr Mädchen in die Techniklehre usw. Letzteres wird durch Aktionen wie den „Girl‘s Day“ oder das „Frauen In Technik“-Programm des AMS gefördert. Allerdings würden wir von der LEHRLINGSBOX nicht unbedingt von einem neuen Trend sprechen. Bei unserer letzten großen Auswahl gab es im Bereich Installations- und Gebäudetechnik keine einzige weibliche Lehrstellensuchende.

HTL sehr gefragt

Indirekt gibt der Artikel zu, dass eine HTL-Ausbildung wesentlich gefragter und nachgefragter sei als eine Lehre. Viele junge  Menschen besuchen eine HTL, schaffen es jedoch nicht über das erste oder zweite Jahr hinaus. Dann kommt meist die Lehre ins Spiel. Bemerkenswert ist die Ehrlichkeit des Artikels: „Wenn alle Stricke reißen, hilft eine überbetriebliche Ausbildung.“ Die Autoren Peter Mitterhuber und Markus Mittermüller sind äußerst bemüht, alle Fachausbildungsangebote sehr positiv zu beschreiben und (in)direkt Werbung für die duale Ausbildung / Lehre zu machen. Dabei betonen Sie auch die Wichtigkeit einer entsprechenden beruflichen Orientierung.

Der Hintergrund des Artikels

Natürlich hat der Artikel einen (Hinter)Grund. Die Mobilitätsdebatte, nach der Lehrlinge etwa von Wien nach Tirol ziehen sollen, um einen Lehrberuf zu lernen, stößt der Arbeiterkammer genauso sauer auf, wie die Tatsache, dass die Bundesregierung im Bereich der so genannten überbetrieblichen Lehre spart oder weiter sparen möchte. Die ÜBA ist allerdings ein wichtiger Faktor, wenn es um die Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit geht.

Nicht alles ist aus Gold, was glänzt

Der Spruch stammt von meiner Großmutter, trifft aber auch auf den Artikel von Mitterhuber und Mittermüller zu. Die überbetriebliche Lehre ist jene „Branche“ – wenn Sie so wollen – mit der höchsten Abbruchquote und den meisten negativen LAP. Außerdem ist die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit einem ÜBA-Lehrabschluss schwieriger. Das sage nicht nur ich, sondern auch Auftraggeber*innen und Unternehmen, die bei ÜBA-Lehrlingen meist zusätzlich ein bis zwei Jahre Praxis verlangen. Das sagen aber auch Studien:  „Es zeigt sich (…) , dass es für die betroffenen Personen nach dem Abschluss einer Überbetrieblichen Lehrausbildung – trotz gesetzlich gleichwertigem Abschluss (und Absolvierung der gleichen Lehrabschlussprüfung) – zu einer erschwerten Arbeitsmarktintegration kommt.“ Zu diesem Schluss kommt Verena Öllinger in ihrer Masterarbeit über die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit einem ÜBA-Abschluss.

Wenig Auswahl

Die Autoren schreiben, dass es in Wien zu wenig Auswahl bei den Lehrstellen gäbe und dass sich das Lehrstellenangebot im Wesentlichen auf drei „Branchen“ reduzieren würde. Die Top 3 bestehen aus „Friseure, Kosmetik, Fußpflege“ mit 21 Prozent, „Tourismus“ mit 17 Prozent und „Sonstige Berufe“ mit 20 Prozent. Addiert man diese drei Branchen entsteht tatsächlich der Eindruck, dass 58 Prozent der Lehrstellen auf drei Branchen reduziert sind. Dass „Frisör*innen“ und „Tourismus“ die meisten Lehrstellen anbieten und eigentlich kaum Nachwuchs finden, ist ein altes Lied – und wohl zum Teil den Arbeitsbedingungen und / oder den beruflichen Perspektiven geschuldet. Der dritte Sektor ist allerdings weitreichender, umfasst er doch „andere technische Berufe, Drogist*innen, Rauchfangkehrer*innen, Nahrungsmittelherstellung usw.“ Mit anderen Worten ein großes Set an Berufen. Die Vermutung liegt also nahe, dass gut ein Drittel der offenen Lehrstellen (38 Prozent) sich auf „Tourismus“ und „kosmetische Berufe“ aufteilen, die übrigen 62 Prozent jedoch breiter gefächert sind.

Check die Zahlen!

Die Kategorie „Sonstige“ ist ein Grund sich die Zahl der offenen Lehrstellen in Wien genauer anzusehen. Ich beziehe mich dabei auf die Daten aus dem BALI-System des Sozialministeriums. Diesen Zahlen ergeben, dass im September 2018 577 Lehrstellen in Wien verfügbar waren. Friseure und Fremdenverkehr gehören zwar zu den Top3 – der Handel ist jedoch mit 141 – Top 1 -also nichts mit „Sonstige“… Hier noch einmal die Aufstellung im Überblick.

Offene Lehrstellen: Bestand – September 2018

Bundesland Berufsobergruppen Bestand
Wien Land- und Forstarbeiter 6
Wien Steine – Erden 1
Wien Bau 17
Wien Metall-Elektroberufe 47
Wien Holz 1
Wien Bekleidung 1
Wien Papier 1
Wien Grafik 1
Wien Chemie 1
Wien Nahrung 8
Wien Handel 141
Wien Verkehr 3
Wien Fremdenverkehr 133
Wien Reinigung 9
Wien Friseure 118
Wien Techniker 8
Wien Wirtsch.B/Jurist 1
Wien Büroberufe 36
Wien Gesundheit 38
Wien Lehr-/Kulturberufe 6
BaliWeb – erstellt 26.10.2018 09:06:14 577

Handel, Friseure und Fremdenverkehr machen zusammen 382 Lehrstellen aus. Das sind also 66 Prozent der offenen Lehrstellen im September. Mit anderen Worten: Das Angebot ist noch reduzierter als es der Artikel darstellen will. 66 Prozent der angebotenen Lehrstellen verteilen sich auf Handel, Kosmetik und Fremdenverkehr (zumindest im September 2018).

Die Forderung nach einem diversifizierten Angebot an Lehrstellen ist daher nicht nur verständlich, sondern auch richtig und wichtig. Nur hilft diese Forderung wenig, wenn es um die tatsächliche und konkrete Lehrstelle geht. Insofern sind Berufsorientierungstipps, die auf den vermeintlichen Interessen der Jugendlichen aufbauen, eine tolle Sache – der Faktor Verfügbarkeit von Lehrangeboten sollte allerdings auch berücksichtigt werden.  Hier ist Berufsorientierung ein wichtiges Thema: Verantwortliche müssen auch auf weniger bekannte und populäre Branchen hinweisen. Ein Trend ist ebenso deutlich: Wien entwickelt sich immer mehr zu einem Dienstleistungssektor. Der Umkehrschluss: Jugendliche, die nicht in diesem Bereich ausgebildet werden wollen, werden Schwierigkeiten haben, eine Lehrstelle zu finden. Ich habe es schon einmal gesagt, aber es kann nicht oft genug betont werden. Es ist wichtig Lehrlinge auch auf Nischenberufe hinzuweisen. Es ist in der Tat keine Schande, seine Berufswahl strategisch anzulegen und zu schauen, wo man eher eine Lehrstelle bekommt. Allerdings ist es dann auch sinnvoll einen Plan B zu haben, wohin die Reise nach dem Lehrabschluss geht. Eine weitreichende Berufsplanung ist daher nicht ganz unwichtig und sollte nicht dem Zufall überlassen werden.


Links:

Rekrutierung von Lehrlingen ist ja so „easy“…

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünfitgen Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen. Nach unserem ersten Beispiel dem OTTO-Versand, bringen wir Erfahrungen aus der eigenen Praxis: Das Lehrlingscasting für einen Gebäudetechniker in Wien: ENGIE Austria

Als „Lehrlingsbox“ absolvierte ich selbst ein Personalauswahlverfahren für ein großes Gebäudetechnik-Unternehmen in Wien. Wir hielten uns an ein eher klassisches Verfahren. Knapp 230 Bewerber*innen bewarben sich für zwei Lehrberufe – zwei Stellen als „Technische Zeichner*innen“ und fünf „Gebäudetechniker*innen“-Stellen“. Der Auftraggeber, ENGIE Austria, übernahm das Ausschreibungsmanagement. Die Bewerbungen wurden an eine eigens bei uns eingerichtete E-Mail-Adresse weitergeleitet.

Natürlich konnte man sich auch direkt bei der „Lehrlingsbox“ für die Lehrstellen bewerben. Wir übernahmen indessen auch die Postings in den sozialen Medien.  Das Auswahlverfahren wurde bewusst über einen längeren Zeitraum gezogen, damit möglichst viele Lehrlinge sich bewerben konnten. Der Ansatz war jener des laufenden Trichterverfahrens. Was bedeutet das?

Ganz einfach: Das Rekrutieren samt Basis- und Talentchecks erfolgte laufend. Wir warteten keinen Stichtag ab, um die Kandidat*innen in A, B und C zu unterteilen und mit den A-Kandidat*innen die Checks durchzuführen. Wir entschlossen uns für einen anderen Weg. Das Verfahren war bei jedem Lehrling exakt dasselbe.

Anleihen von Spielen: 4 Ebenen und Level im Aufstiegsmodus

Es gab insgesamt vier Level oder Ebenen. Bereits am Telefon wurden den Kandidat*innen die einzelnen „Level“ vorgestellt. Die Auswahl war jetzt weniger ein Event – beinhaltete jedoch Elemente eines Spiels. Die Kandidat*innen mussten nicht nur verschiedene Runden absolvieren, sondern auch zu verschiedenen Standorten kommen – und es wurde klar kommuniziert, dass es sich um ein Aufstiegsszenario handelte.

Eine Runde Basischeck: Die Bewerber*innen arbeiteten sehr konzentriert und gut. Die Ergebnisse waren oft erstaunlich und bestätigten, dass „Schulnoten“ nicht der alleinige Gradmesser bei Lehrlingen sein dürfen – vor allem, weil die jungen Menschen unterschiedliche Ausbildungen hinter sich hatten.

Der Aufbau mutet sehr klassisch an, mit dem Unterschied, dass die Diktion des Spiels so gut es ging beibehalten wurde. Folgende Runden mussten die Kandidat*innen absolvieren:

  1.  Telefoninterview mit einem strukturierten Leitfaden
  2. Basischeck bestehend aus Selbsteinschätzung, Mathe und Deutsch mit anschließendem Gespräch, um die Motivation zu hinterfragen und das Lehrbild zu klären.
  3. Talentcheck: Computergestütztes Diagnoseverfahren in den Bereichen Persönlichkeit / Motivation respektive technisches Verständnis
  4. Bericht: Zusammenfassen der Ergebnisse (Gespräche, Lebenslauf, Noten, Ergebnisse der Tests, allgemeine Beobachtungen) und Übermittlung an den Auftraggeber.

Das „Boss-Game“ war dann die Einladung zum Vorstellungsgespräch durch den Auftraggeber. Es blieben pro Lehrberuf 12 Kandidat*innen übrig, die an den Auftraggeber weiter geleitet wurden.

Bereits die erste Hürde hatte es in sich

Bereits die erste Hürde war schwierig. Ausnahmslos jede*r Bewerber*in wurde kontaktiert. Wir setzten uns das Limit, dass wir die Bewerber*innen 3 mal anrufen würden. Die Anrufe erfolgten am Nachmittag, da viele Kandidat*innen in der Schule waren. Wurde nach dem dritten Anruf noch immer kein Rückruf verzeichnet, wurde der Kandidat oder die Kandidat*in als Absage gehandelt – egal wie vielversprechend die Schulnoten oder die Bewerbung war. Verlässlichkeit war eines der großen Themen. Erreichte man die Kandidat*innen am Telefon, wurden Fragen zur Motivation gestellt, aber auch zur Nutzung der sozialen Medien (= Infos für zukünftige Recruitings, Motivation etc.) Da potenzielle Lehrlinge noch nicht durch Bewerbungstrainings und Coachings vorbelastet sind, erhielt man relativ authentische Aussagen. Konnte man  das Interesse an der ausgeschriebenen Stelle wahrnehmen, wurden die nächsten Schritte gesetzt, die immer feiner und schwieriger wurden.

Spannende Ergebnisse

Das Ergebnis war spannend: Die Kandidat*innen für den Beruf des Technischen Zeichners brachten durchwegs bessere  Leistungen als die Kandidat*innen für den Bereich Gebäudetechnik. Dies hatte mit dem Image der Ausbildungen zu tun und mit der Erkenntnis, dass viele Bewerber*innen für den technischen Zeichner (m/w) höhere Schulen besuchten. Das Genderthema war ebenfalls spannend. Für den Gebäudetechniker bewarb sich eine einzige Frau.

Klar wurde auch, dass die meisten Lehrlinge sich kreuz und quer auf unterschiedlichste Stellen bewarben. Viele hatten das Berufsbild oder das Unternehmensbild nicht parat. So wurden die Unterschiede zwischen einem technischen Zeichner (m/w) im Bereich Gebäudetechnik im Vergleich zum allgemeinen Bau kaum thematisiert. Dies ist allerdings bei Erwachsenen, die nicht unmittelbar etwas mit dem Beruf zu tun haben, auch so.  Hauptsache eine Lehrstelle, war sehr oft der Tenor der Bewerber*innen. Auch diese Erkenntnis reifte sehr früh in uns und wurde in den Abschlussberichten und Auswahlkriterien berücksichtigt.

Alle Erkenntnisse flossen in die Bewertung des Ablaufes ein.  Ein erster Erfolg kann jetzt schon verzeichnet werden: Von den im Juni ausgewählten Lehrlingen traten alle – bis auf einen – die Lehrstellen an – und das knapp über ein halbes Jahr nach dem Beginn des Recruitings.


Lesen Sie auch:

OTTO goes Star Wars

Instagram ist hip, Twitter ist out: Social Media im Lehrlingsrecruiting

Instagram ist hip, Twitter ist out: Social Media im Lehrlings-Recruiting

Mit wem man auch im Personalbereich spricht… Die Diskussionen drehen sich aktuell um das gleiche Thema und die gleiche Frage: Wie rekrutieren wir die besten Bewerber*innen? Über Social Media? Super ja! Aber über welche?

Diese Fragen werden mittlerweile auch bei der Auswahl von Lehrlingen gestellt. Im Rahmen einer großangelegten Vorauswahl, die von der Lehrlingsbox für ENGIE AUSTRIA durchgeführt wurde, fragten wir die potenziellen Lehrlinge (Gebäudetechniker und Technische Zeichner) auch nach den sozialen Medien, die Sie derzeit nutzen.

92 Interviews

Die Kandidat*innen mit denen wir sprachen – immerhin 92 an der Zahl bei über 200 Bewerbungen – gaben spannende Einblicke. Eines der Ergebnisse ist klar. Die Berufe „Technischer Zeichner“ und „Gebäudetechniker“ sind weitgehend männlich besetzt. Gerade bei den Gebäudetechniker*innen hatten wir eine einzige weibliche Bewerberin. Bei den Technischen Zeichner*innen war es ausgewogener – und dennoch auch hier überwogen die Bewerbungen der Burschen.

Nebenerkenntnisse – Gender und Lehrstelle

So verwundert es nicht, dass das Verhältnis der befragten Kandidat*innen 86 zu 6 war (86 junge Männer und 6 junge Frauen).

Das Alter der Kandidat*innen erstreckte sich zwischen 15 und 28. Gut zwei Drittel der Befragten waren 15, 16 und 17 Jahre alt. Ältere Bewerber sind deutlich geringer anzutreffen. 12 Bewerber*innen waren 18 Jahre alt. Auch hier bestätigt sich der Eindruck, dass die meisten Bewerber*innen zwischen 15 und 17 Jahre alt sind. Bei 18-Jährigen fällt die Anzahl der Kandidat*innen deutlich, danach geht es noch schneller. 20-Jährige sind nur einzeln mehr zu finden.

Welche sozialen Medien nutzen Sie

Zur Auswahl standen:  Facebook, Snapchat, Instagram, Twitter, Pinterest und die Kategorie „Andere“.  Die Kandidat*innen mussten angeben, welche Medien Sie nutzen würden. Hintergrund der Befragung war natürlich zu erfahren, welche Medien die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen würden. Interessant ist, dass 21 Kandidat*innen angaben drei oder mehr Medien zu nutzen. Interessanterweise wurde WhatsApp als „Soziales Medium“ angegeben und von etlichen Kandidat*innen als Alternative zu den von uns genannten Produkten genannt. Nur ein einziger Kandidat nannte den Chat-Dienst „Viber“ als zusätzliche Alternative.

Nicht alle nutzen Soziale Medien

Ein wenig überraschend war die Tatsache, dass insgesamt 6 Befragte angaben, überhaupt keine Sozialen Medien zu nutzen. Es kann natürlich auch sein, dass die Interviewten keine Angaben zur Nutzung von Sozialen Medien machen wollten. Allerdings fielen die Antworten eher spontan aus. Sollte die Zahl stimmen, dann ist das Vorurteil widerlegt, dass alle Jugendliche soziale Medien nutzen.

Instagram auf Platz 1 – Twitter spielt kaum eine Rolle

Leute, die sich mit den sogenannten Sozialen Medien beschäftigen haben bereits gewusst oder geahnt, dass  Instagram auf Platz 1 bei den Befragten liegen würde – deutlich vor Facebook.  Natürlich gehören beide zu einem Konzern. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass viele Facebook und Instagram gemeinsam nutzen.

Der durch den u.s.-amerikanischen Präsidenten Donald Trump so gepushte Kurznachrichtendienst Twitter spielt bei den Befragten (fast) keine Rolle. Gerade einmal zwei Kandidat*innen gaben an Twitter zu nutzen.


Wollen Sie die Details zu dieser Umfrage haben, dann wenden Sie sich doch bitte direkt an uns: office@lehrlingsbox.at

402 offene Lehrstellen in Wien! Wirklich?

Im April 2018 gab es  laut den offiziellen Zahlen des Sozialministeriums in Wien 1747 Lehrstellensuchende. Tatsächlich dürfte diese Zahl höher anzusezten zu sein, da viele potenziell Suchende derzeit noch eine Schule besuchen. Darunter befinden sich vornehmlich Schüler*innen des Polytechnikums, aber auch sehr viele HTL-Schüler*innen, die Gefahr laufen, das Jahr wiederholen zu müssen oder bereits ein Jahr wiederholen. Dazu gesellen sich noch Menschen, die eine Umschulung oder Qualifizierung in Form einer Lehre suchen. All diese Personen werden von der Statistik nicht erfasst.

Diesen 1747 plus X an Lehrstellensuchenden stehen in Wien offiziell 402 offene Lehrstellen gegenüber. Mit anderen Worten: In Wien kommen auf eine offene Lehrstelle 4 bis 5 Lehrlinge. Die meisten offenen Lehrstellen in Wien entfallen auf den Dienstleistungssektor: 181 offene Stellen wurden hier gemeldet. Auf „Handel und Verkehr“ entfallen laut Sozialministerium 89 Stellen. Auf Platz 3 finden wir „Industrie und Gewerbe“ mit 48 Stellenangeboten.

Statistiken

Studie des AMS spricht von durchschnittlich 450 Lehrstellen

Interessant ist in diesem Zusammenhang ist, dass eine im März 2018 von AMS und SYSTHESIS Forschung herausgegebene Studie bestätigt, dass die aktuellen Zahlen unter dem Schnitt liegen. In der Studie heißt es auf Wien bezogen: „Der jahresdurchschnittliche Bestand an (sofort verfügbaren) Lehrstellensuchenden wird in Wien bei 2.250 liegen, parallel dazu werden 450 (sofort verfügbare) offene Lehrstellen gemeldet sein.“ (SYNTHESIS; 2018; Seite 24).

Mehr offene Stellen im e-Jobroom

Wenn man über den e-Jobroom des AMS nach Lehrstellen z.B. im ersten Wiener Gemeindebezirk sucht, werden 117 verschiedene Lehrstellen ausgewiesen. Nehmen wir den zweiten Wiener Gemeindebezirk kommen 73 Lehrstellen dazu. Der dritte Wiener Gemeindebezirk meldet 83 offene Lehrstellen.  In den Bezirken außerhalb des Gürtels sind es dann meist nur 30 bis 40 pro Bezirk. Dennoch: Addiert mal alle Bezirke wird man weit über die 402 von der Statistik ausgewiesenen Lehrstellen kommen.

Lehrlingsportal mit 346 offenen Stellen

Das Portal Lehrstellen.at weist 48 Lehrstellen in Wien auf (Stand 03. 05.). Das „Lehrlingsportal.at“ verzeichnet  alleine für Wien 346 Stellenangebote (Stand 03. 05.) – ein Wert, der gar nicht so weit entfernt liegt von der offiziellen Zahl des Sozialministeriums. Hinzu kommen viele Stellenangebote, die per Aushang in den einzelnen Geschäften und Filialen ausgewiesen oder über Facebook verbreitet werden.

Ausweichen auf unterschiedliche Berufe

Es gibt also gute Indizien dafür, dass in Wien weitaus mehr Lehrstellen als bekannt vorhanden sind. Es ist jedoch auch sehr wahrscheinlich, dass  das vermeintlich günstige Verhältnis  zwischen offenen Lehrstellen und Lehrstellensuchenden  von 1  zu 4,4 (auf 1 offene Lehrstelle kommen kaufmännisch aufgerundet 4,4 Lehrstellensuchende) nicht den Tatsachen entspricht und wir davon ausgehen müssen, dass auf eine offene Lehrstelle in Wien wesentlich mehr Lehrlinge kommen als angenommen. Außerdem muss  nach Branchen differenziert werden. Wir wissen, dass der Tourismus deutlich weniger Lehrlinge anzieht als der Handel oder die KFZ-Branche (letztere Branche vor allem bei Burschen).

Was kann man also tun: Frei nach Erich Kästner kann man also nur empfehlen, nicht nur den Schulbüchern, sondern auch gelegentlich den offiziellen Zahlen zu misstrauen. Lehrlinge sollten sich über die Chancen in den verschiedenen Branchen informieren und sich nicht nur auf eine Lehre fixieren. Hier empfiehlt es sich über den Tellerrand zu schauen, eines der zahlreichen Berufsorientierungsangebote anzunehmen und sich dann konsequent zu bewerben. Denn eines ist klar: Es gibt über 200 Lehrberufe – und wir wissen auch, dass viele Lehrstellensuchende sich nur auf naheliegende Berufe bewerben.


Quellen:

Österreich sucht den Tourismus/Gastro-Star!

Vom 18. bis 20. April 2018 findet die  Österreichischen Staatsmeisterschaft der Lehrlinge in Tourismusberufen statt. 81 der besten Lehrlinge aus Österreich wetteifern um den Titel und die Qualifikationen für die internationalen Bewerbe.

Ende April ist die Berufsschule Obertrum in Salzburg der Austragungsort für die österreichischen Staatsmeisterschaften bei denen Lehrlinge aus den Kategorien „Küche“, „Service“ und „Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in“ gegeneinander antreten um ihr erlerntes Wissen und ihr Können unter Beweis zu stellen.

Die Staatsmeisterschaften der Lehrlinge gelten auch als zweiter Zwischenschritt für die Qualifikation für die weiteren internationalen Bewerbe (Euro- und World Skills).  Die Teilnehmer*innen bekommen Mitte April zahlreiche unbekannte Aufgaben gestellt, die es zu absolvieren gilt. Die Organisator*innen der Meisterschaften legen großen Wert darauf, dass Wertschätzung, Fairness und Respekt an erster Stelle stehen und sind bemüht – bei aller Konkurrenz – das Miteinander in den Vordergrund zu stellen.

Mehr als Tellerträger…

Meisterschaften 2017

2017 wurden  27 Gold-, 37 Silber- und 17 Bronze-Medaillen vergeben.  „Staatsmeister-Gold“ holten Magdalena Eschelmüller (Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs in NÖ) im Service, Franziska Kullmann (Wellness Hotel Engel in Grän in Tirol) in der Küche und Stefanie Bauernhofer (Naturparkhotel Bauernhofer in Heilbrunn in der Steiermark) im Bereich Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in. Der Titel für das beste Bundesland ging an die Steiermark. Den zweiten Platz in der Teamwertung belegte Niederösterreich, Rang drei ging an das Gastgeberland Salzburg.

Qualität auch bei den World Skills in Abu Dhabi

Auch bei den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi konnte Österreich in den Gastronomiesparten zeigen, dass sie den hohen internationalen Standards gewachsen sind. Konditorin Magdalena Halbmayr (Kurkonditorei Oberlaa) holte in ihrer Sparte „Silber“, Koch Christoph Fürnschuss (Haberl & Fink’s) und  Restaurantfachfrau Monika Pöllabauer (Landgasthof Willingshofer) sicherten jeweils eine Bronze-Medaille in ihren Fächern. Um die Leistungen richtig einzuordnen seien folgende Zahlen erwähnt:  Über 1.200 Teilnehmer*innen aus 77 Nationen kämpften vom 15. bis 18. Oktober 2017 in Abu Dahbi in 51 Wettbewerbsberufen um Medaillen.

Langer Weg der Qualifikation

Um jedoch an den Euro- oder Worldskills teilnehmen zu dürfen, ist ein langer Weg zurück zu legen. Zuerst nehmen die Lehrlinge an den jeweiligen Landesmeisterschaften teil. Die Top 3 der jeweiligen Bundesländer treten zur Staatsmeisterschaft der Lehrlinge an. Dann geht es zu den Juniorenstaatsmeisterschaften, wo die Staatsmeister*innen der letzten beiden Jahre, die punktestärksten Teilnehmer*innen in den jeweiligen Sparten und jeweils ein Kandidat oder eine Kandidatin, die über die Fachgruppe nominiert werden kann, antreten.

Voraussetzung bei den Juniorenstaatsmeisterschaften ist weiters ein absolvierter Lehrabschluss. Die Gewinner*in der Juniorenstaatsmeisterschaften fahren zu den World-Skills und die die Zweitplatzierten zu den Euro-Skills. Nebenbei sein noch bemerkt, dass die Vorbereitung für die jeweiligen Bewerbe zumeist in der Freizeit absolviert werden.

Wir können also sicher sein, dass einige Teilnehmer*innen der Lehrlingsstaatsmeisterschaften in wenigen Jahren zu den Welt- und/ oder Europameisterschaften fahren. We keep watching!

Weiteres Minus bei Lehrstellensuchenden im Jahresvergleich

Die Arbeitsmarktzahlen sind erfreulich. Die Arbeitslosigkeit sinkt. Die verbesserte Arbeitsmarktsituation zeigt sich auch bei den Lehrlingen. So liegt Ende Februar 2018 die Zahl der Lehrstellensuchenden um -4,9% unter dem Vorjahreswert. Der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen hat um +20.5% zugenommen.

Laut Sozialministerium stehen bundesweit für 5.047 Lehrstellensuchende derzeit 4.947 betriebliche Lehrstellen, die dem AMS gemeldet wurden, zur Verfügung.  Mit anderen Worten: Auf eine freie Leerstelle kommt etwas mehr als ein Lehrling. Die in überbetrieblichen Betrieben ausgebildeten Lehrlinge scheinen in dieser Statistik nicht auf. Die Zahl der Lehrlinge in vom AMS geförderten überbetrieblichen Lehrausbildungseinrichtungen ist gegenüber dem Vorjahr bundesweit leicht rückgängig. Dies ist auf das verbesserte Lehrstellenangebot zurück zu führen.

Allerdings sind diese Zahlen ein wenig zu hinterfragen. Aufgrund von Lehrstellenbewerbungen wissen wir, dass viele Lehrstellensuchende nicht beim AMS gemeldet sind, da sie noch zur Schule gehen. Gerade HTL-Schüler*innen im ersten oder zweiten Lehrjahr, die in der HTL nur schwer mitkommen, sind hier zu nennen.

Mehr freie Lehrplätze als Lehrstellensuchende gibt es besonders in den westlichen Bundesländern: vor allem in Tirol und Salzburg – bedingt durch die Nachfrage in Tourismusberufen – aber auch in Oberösterreich. Deutlich mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen gibt es insbesondere in Wien.

Es herrscht also ein West-Ost-Gefälle. Die Lehrstellensuchenden aus Wien können leider nicht einfach so auf die Lehrstellen in Tirol oder in Oberösterreich verteilt werden. Mit anderen Worten: Auch bei den Lehrstellen gibt es ein Mobilitätsproblem.

Des einen Freud‘ – des anderen Leid… Zahlenspiele

… lautet ein altes, etwas abgedroschenes Sprichwort. Ein alter Hut. Ebenso wie der Spruch vom Rauch und vom Feuer. Und doch funktionieren die Zahlenspiele namens Statistik, so wie alte Sprichwörter. Ein Beispiel: Die Wirtschaft freut sich über viele neue Lehrlinge. Die Arbeitnehmerseite bedauert natürlich den Mangel an Lehrstellen. Zwei kommunizierende Gefäße.

Mehr Lehrstellen und zu viele Suchende

Nachdem die WKO im Januar 2018 über ein Plus bei Lehrstellen informierte, zieht die AK (Arbeiterkammer) nach und kritisiert, dass immer noch Lehrstellen fehlen. Laut „AK für Sie“ (Ausgabe Februar 2018) würden in Österreich 22.000 Jugendliche eine Lehrstelle suchen. Diese Zahl setzt sich aus jungen Menschen, die sich direkt bewerben, die beim AMS gemeldet sind und jenen in überbetrieblichen Ausbildungen zusammen. Knapp 7.000 Lehrlinge könnten sofort vermittelt werden, da sie beim AMS gemeldet sind (Stand AK; Nov/2017)

Die Wirtschaft würde laut AK österreichweit jedoch nur 4.300 Lehrstellen anbieten (Stand Dezember 2017). Aktuell seien es sogar 5000. Die Vertreter*innen der Arbeiterkammer sind daher der Meinung, dass der von der Wirtschaft bemängelte Fachkräftemangel nicht so hoch sein könnte. Die Logik ist bestechend: Wenn auf der einen Seite zu wenig Lehrstellen vorhanden sind und auf der anderen Seite Lehrstellen nicht besetzt werden können, passt etwas nicht. Dazu braucht man kein Genie zu sein. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels dürfte es ja keine offenen Lehrstellen geben und die Betriebe brauchten nur Lehrlinge aufnehmen. Einfach oder?

Es geht um die Art der Darstellung

Die Frage, wieso es bei 22.000 Lehrstellensuchenden und gerade 5.000 angebotenen Lehrstellen überhaupt offene Lehrstellen gibt, wird weder von AK noch von WKO wirklich beantwortet. Helmut Mahringer vom wifo (Wirtschaftsforschungsinstitut) klärt in der Bezirkszeitung auf:

 „Die WKÖ stellt offensichtlich offene Lehrstellen und Lehrstellensuchende unabhängig von deren aktueller Verfügbarkeit einander gegenüber. Die AK errechnet fehlende Lehrstellen von rund 17.700 anhand der Differenz zwischen sofort verfügbaren offenen Lehrstellen und der Summe aus sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden und Jugendlichen in AMS-Schulungen inklusive der Jugendlichen in überbetrieblichen Lehrausbildungen.“ erklärt Mahringer.

Lehrstellensuchenden wird es wahrscheinlich ziemlich egal sein, wer nun recht hat. Sie wollen eine Lehre machen, im Optimalfall in einem Beruf, den sie mögen und den sie mehr als nur ein paar Jahre ausüben möchten. Den Betrieben werden die Zahlenspielereien auch egal sein. Sie wollen im Bestfall nicht einfach nur Lehrlinge aufnehmen, sondern für die Zukunft ausbilden und lange im Betrieb behalten.

Starkes Plus bei Lehranfänger*innen im Jahr 2017

Mehr Lehrlinge in den österreichischen  Betrieben

Die guten Nachrichten sind schon länger bekannt. Es ist erfreulich, dass sich der Trend zu mehr Lehrlingen in den österreichischen Betrieben und Unternehmen weiter hält. Es handelt sich also nicht nur um eine kurze Luftblase, sondern um eine Gewissheit. In  den Ausbildungsbetrieben gab es Ende 2017 genau 29.690 Lehrlinge im ersten Lehrjahr. Dies bedeutet einen Anstieg um 4,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016. Diese Zahlen stammen von der Wirtschaftskammer.

Weniger Lehrlinge in den überbetrieblichen Ausbildungen

Mehr Lehrlinge in den Betrieben bedeutet weniger Lehrlinge in den Einrichtungen der überbetrieblichen Lehrausbildung. Hier war ein Rückgang um 3,3 Prozent zuverzeichnen. Auch dies ist relativ neu. Viele Jugendliche mussten auf überbetriebliche Ausbildungen ausweichen, da sie keine andere Lehrstelle fanden. Auch das Sorgenkind Tourismus lässt nur Gutes von sich hören. Hier ist eine Steigerung von 7,6 Prozent bei den Lehranfänger*innen zu verzeichnen.

Vor allem ist der Anstieg der Lehranfängerzahlen in Wien erfreulich. Wien verzeichnet ein Plus von 3,5 Prozent quer durch alle Branchen..

Lehrlinge sind noch immer sehr jung

Die meisten Lehrbeginner*innen sind sehr jung. Der Anteil der 15-Jährigen ist von 38,2 Prozent im Jahr 2016 auf 39,3 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. Allgemein zeigt sich die WKO sehr zufrieden mit dem Anstieg bei den Lehrlingen. Mehr Lehrlinge bedeutet auch mehr Fachkräfte in Zukunft. Das Thema Fachkräftemangel sollte sich also in den nächsten Jahren verbessern.

Deutlich mehr Lehrstellen bis 2022

    Foto von Climate KIC on Unsplash

Gute Nachrichten sollte man schnell in Umlauf bringen. Laut Wirtschaftskammer werden die Wiener Betriebe bis ins Jahr 2022 rund 40.000 neue Jobs schaffen. Diese Zahlen basieren auf der Bildungsbedarfsanalyse 2017, die seit 2013 jedes zweite Jahr erhoben und präsentiert wird. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt auf der Frage, welche Bildungsabschlüsse in den kommenden fünf Jahren von den Wiener Unternehmen besonders nachgefragt werden. Die Untersuchung befragte mehr als 1500 Unternehmen in allen Branchen und Sparten. Die befragten Unternehmen repräsentieren zirka 100.000 Arbeitnehmer*innen.

Dauerbrenner: Lehrstellen

Der Bedarf an Lehrlingen wird laut der Bildungsbedarfsanalyse steigen. Dies liegt vor allem daran, dass Lehrstellen nicht besetzt werden können, da „geeignete“ Lehrlinge fehlen. Insgesamt sind die Zahlen bei der Lehrlingsfrage sehr unterschiedlich. Knapp 10 Prozent der befragten Unternehmen sprechen sogar davon, dass es ein Überangebot an Lehrlingen gäbe, 34 Prozent sprechen von zu wenig passenden Lehrlingen. Dies erklärt vielleicht warum 2016  in Wien alleine 600 Lehrstellen nicht besetzt wurden. Den 600 unbesetzten Lehrstellen stehen 16.800 Lehrlinge in 4000 Betrieben gegenüber. In diesem Zusammenhang monieren die Vertreter*innen der Wirtschaftskammer, zum wiederholten Male, fehlende Kenntnisse bei den Basiskompetenzen wie Lesen, Rechnen etc. Auch das Polytechnikum wird in diesem Zusammenhang kritisiert.

Da verwundert es nur wenig, dass knapp 50 Prozent der befragten Betriebe glauben, dass Lehrlinge aus den Bundesländern besser seien, als jene in Wien. Diese These ist angesichts der Zusammenstellung der Nationalmannschaft der Jungfacharbeiter*innen für die diversen World und Euroskills nicht ganz von der Hand zu weisen.

Positiv ist noch zu vermerken, dass das Stichwort „Karriere mit Lehre“ weit mehr ist als eine charmante Floskel. In 29 Prozent der Fälle würden ehemalige Lehrlinge Führungsaufgaben übernehmen.

Welche Lehrberufe werden nachgefragt?

Mit Ausnahme der Branche „Transport und Verkehr“ steigt die Nachfrage nach Lehrlingen in allen Bereichen. Besonders erfreulich ist, dass man in den Sparten Industrie, Handel und Information resp. Consulting mit einem Plus von über 20 Prozent rechnet. In absoluten Zahlen ist das Gewerbe jener Zweig mit dem stärksten Anstieg. Immerhin rechnet man mit einem Plus von 143 Lehrlingen in den nächsten Jahren.

Quelle: Bildungsbedarfsanalyse 2017 / WKO

Lehre und Matura

Die Kombination aus AHS-Matura (aufgrund der vermittelten Allgemeinbildung) mit  einem anschließenden Technik-Studium seien eine gute Kombination und ein ziemlicher Jobgarant. Da die Matura alleine nicht reicht, denkt die Wirtschaftskammer laut darüber nach,  Maturant*innen den Zugang zu einer verkürzten Lehre zu erleichtern.  Somit würde die Lehre für Absolvent*innen einer allgemein höheren Bildungsanstalt sicherlich schmackhafter.


Den gesamten Artikel können Sie auf whatelsen.work lesen

Deutliches Plus bei Lehranfänger*innen und Talentechecks für alle

Die Anzahl der Lehranfänger*innen im ersten Jahr hat sich quer durch die Branchen um 4,2 Prozent gesteigert. Nicht ganz so hoch sind die Prozentwerte in Österreichs größter Ausbildungssparte. Die Ergebnisse zeigen aber auch hier ein deutliches Plus.

„Die Zahlen der Jugendlichen, die sich in ihrem ersten Lehrjahr befinden, geben uns Grund zur Freude: Denn in Gewerbe und Handwerk, Österreichs größte Arbeitgeber- und größte Lehrlingssparte befinden sich mit Ende Oktober um 3,8 Prozent oder 495 Lehrlinge mehr in Ausbildung als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit einher geht natürlich auch ein Plus bei den Ausbildungsbetrieben“ freut sich die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster. (OTS0164)

Talentechecks für alle

Christoph Leitl von der Wirtschaftskammer führt dieses Plus bei den Lehren weitgehend auf die so genannten Talentechecks für 13 und 14-Jährige Jugendliche zurück. 75 Prozent aller Jugendlichen würden dieses Angebot nutzen. Christoph Leitl will das Angebot der Talentechecks ausbauen. Die WKO verlangt bekannterweise einen verpflichtenden Talentecheck in der 7. Schulstufe für alle Jugendlichen. Tatsächlich werden Potenzialanalysen für Jugendliche von der Wirtschaftskammer übernommen. In Oberösterreich führt beispielsweise das Jugendservice diese Potenzialanalysen, die immerhin einen Wert von 125 Euro darstellen, durch. Man spricht im Folder von verschiedenen psychologischen Tests (ohne genauere Angaben) und einem Beratungsgespräch.

Ob alleine die Talentechecks der WKO für das Plus bei den Lehrlingen verantwortlich sind, darf bezweifelt werden. Etliche Unternehmen spüren aufgrund der steigenden Nachfragen und der verbesserten Konjunktur den Fachkräftemangel deutlicher als in den Jahren zuvor und haben sich daher entschlossen, Lehrlinge auszubilden.

Ausbildungsreife

Die WKO nutzt die Gelegenheit die Forderung nach einheitlichen Bildungsstandards erneut zu betonen. Große Hoffnungen setzen die Vertreter*innen der Wirtschaftskammer auch in die von der zukünftigen Regierung beschlossenen „Ausbildungsreife“. „Sinnerfassendes Lesen, Schreiben, Rechnen aber auch soziale Kompetenzen müssen mit Absolvieren der Schulpflicht bei den Jugendlichen als Bildungsstandards vorausgesetzt werden können“, so Christoph Leitl. (OTS 0117)


Wollen Sie Ihre Deutschkenntnisse in Bezug auf Handwerk/Gewerbe testen, dann empfehlen wir unser kostenloses Deutschquiz