Weiteres Minus bei Lehrstellensuchenden im Jahresvergleich

Weiteres Minus bei Lehrstellensuchenden im Jahresvergleich

Die Arbeitsmarktzahlen sind erfreulich. Die Arbeitslosigkeit sinkt. Die verbesserte Arbeitsmarktsituation zeigt sich auch bei den Lehrlingen. So liegt Ende Februar 2018 die Zahl der Lehrstellensuchenden um -4,9% unter dem Vorjahreswert. Der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen hat um +20.5% zugenommen.

Laut Sozialministerium stehen bundesweit für 5.047 Lehrstellensuchende derzeit 4.947 betriebliche Lehrstellen, die dem AMS gemeldet wurden, zur Verfügung.  Mit anderen Worten: Auf eine freie Leerstelle kommt etwas mehr als ein Lehrling. Die in überbetrieblichen Betrieben ausgebildeten Lehrlinge scheinen in dieser Statistik nicht auf. Die Zahl der Lehrlinge in vom AMS geförderten überbetrieblichen Lehrausbildungseinrichtungen ist gegenüber dem Vorjahr bundesweit leicht rückgängig. Dies ist auf das verbesserte Lehrstellenangebot zurück zu führen.

Allerdings sind diese Zahlen ein wenig zu hinterfragen. Aufgrund von Lehrstellenbewerbungen wissen wir, dass viele Lehrstellensuchende nicht beim AMS gemeldet sind, da sie noch zur Schule gehen. Gerade HTL-Schüler*innen im ersten oder zweiten Lehrjahr, die in der HTL nur schwer mitkommen, sind hier zu nennen.

Mehr freie Lehrplätze als Lehrstellensuchende gibt es besonders in den westlichen Bundesländern: vor allem in Tirol und Salzburg – bedingt durch die Nachfrage in Tourismusberufen – aber auch in Oberösterreich. Deutlich mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen gibt es insbesondere in Wien.

Es herrscht also ein West-Ost-Gefälle. Die Lehrstellensuchenden aus Wien können leider nicht einfach so auf die Lehrstellen in Tirol oder in Oberösterreich verteilt werden. Mit anderen Worten: Auch bei den Lehrstellen gibt es ein Mobilitätsproblem.

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